Ohne Raster kein Designer …

Posted by on Aug 10, 2012 in News
Ohne Raster kein Designer …

… allenfalls ein kleiner*.
Wie Systematik und Ordnung mit Kreativität zusammengeht.

In Zeiten von iPad und Smartphone wird viel über »responsive« oder »adaptive« Design gesprochen – das flexible Layout, das sich dem Betrachtungsgerät ad hoc anpasst. Es erscheint naheliegend, dass damit jetzt die totale Beliebigkeit Einzug hält, aber im Grunde ist das Gegenteil der Fall. Denn gerade wenn es nicht ein festes Layout gibt, ist das System entscheidend, wie eine Seite sich aufbaut. Und hier kommt das (oder der?) altmodische Raster wieder ins Spiel. Der Raster ist eine Errungenschaft der sogenannten »Ulmer Schule« der sechziger Jahre. Die Systematisierung der Gestaltung, das Ausmerzen des Zufälligen und Intuitiven erreicht seine Blüte in den frühen Neunzigern. Der Raster wird für viele zum Symbol für Einengung, Zwang und Verhinderung von Kreativität. Mitte der 90er wird der in der Schweiz umgeschulte Wellenreiter D. Carson zur Leitfigur des Widerstands. Danach ist besonders kreativ, wer möglichst schräg und unleserlich gestalten kann. … Währenddessen vollzieht sich im Web die Wende. Die Content Management Systeme und die damit einhergehende Auflösung des klassischen Seitenformats legen nahe, »Themes« und »Templates« mit »Grids« zu bauen. Spätestens seit den Smartphones und iPads wird es zum Standard, von vornherein Gestaltung in mehreren Formaten zu denken. Und da hilft ein Gestaltungsraster natürlich ungemein bei der systematischen Arbeit …

www.goldengrid.com 
 
 
* Zitat von Helmut Schmidt-Rhen